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Im Herbst 2018, das genaue Datum lässt sich leider nicht mehr recherchieren, trafen sich in der Casa in Nürnberg, das ist für uns einer der schönsten Zigarren-Lounges in Deutschland (https://www.casadelpuro.de/zigarren-lounge-nuernberg.html), zufällig zwei Aficionados und kamen ins Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass beide noch ein weiteres Hobby teilen. Beide sind Freimaurer. Herr Karl K. in der Loge „Albrecht Dürer“ und Herr Jürgen R. in der Loge „Zu den Drei Pfeilen“ in Nürnberg. Während dieses Gesprächs entstand der Gedanke, dass es doch möglich sein müsse, einen regelmäßigen Treff für Freimaurer zum gemeinsamen Rauchen und Diskutieren ins Leben zu rufen.

Gedacht, getan! Dank der sozialen Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda ließ sich das dann auch relativ problemlos bewerkstelligen. Die mit weitgehend profanen Themen eingerichtete WhatsApp-Gruppe hatte schnell zwölf Teilnehmer (natürlich alles Brüder). Das erste reale Treffen fand schließlich am Samstag, den 24. November 2018 mit acht Brüdern aus unterschiedlichen Logen in der Casa statt.

In der Folge trafen wir uns dann alle vier bis sechs Wochen zum Rauchen in der Casa.

Das blieb im Bruderkreis nicht unbemerkt. Innerhalb kurzer Zeit wuchs die WhatsApp-Gruppe auf 26 Brüder an.

Während dieser Treffen reifte die Idee, eine gemeinsame TA, quasi als Feldloge, in dem gedeckten Smokers-Room der Casa abzuhalten. Unter Beteiligung der Brr. Marcus D. und Thomas W. nahm die Idee immer mehr Gestalt an. Dabei stand von Anfang an fest, dass wir uns streng auf dem Boden regulärer Arbeit bewegen wollen. Am Samstag, den 4. Mai 2019 war es dann so weit. Dreizehn Brüder aus sieben Logen versammelten sich, um unter der Hammerführung von Br. Marcus D. eine TA I nach dem Ritual der GL der AFAM zu begehen.

Damit haben wir, sofern es nicht andere Erkenntnisse gibt, wohl die erste Tempelarbeit gefeiert, in der alle Brüder Zigarren geraucht haben. Und wir waren uns alle einig, dass das nicht die letzte Arbeit dieser Art war, wenngleich für Nichtraucher ein absolutes No-Go!

Es folgten weitere Treffen in der Casa. Unter dem Eindruck der ersten TA wurde gleich die nächste ins Auge gefasst. Am Samstag, den 8. Februar 2020 fand dann wiederum eine Arbeit im Lehrlingsgrad unter rauchigen Vorzeichen statt.

Während wir die erste Zigarren-TA noch in der „Casa“ abhalten konnten, mussten wir uns dieses Mal andere Räumlichkeiten suchen. In der „Casa“ war es bei der ersten Zigarren-TA schon ziemlich beengt. Nun ist es gar nicht so einfach, im „raucherfeindlichen“ Bayern eine entsprechende „Location“ zu finden. Unterschlupf fanden wir in den Räumen des Whiskyclubs „The Most Venerable Order of the Highland Circle“ und der Schülerverbindung Absolvia! im FAC zu Nürnberg.

Auch dieses Mal war allen Beteiligten von Anfang an klar, dass wir uns wieder streng auf dem Boden regulärer Arbeit bewegen wollen.

An besagtem Samstag versammelten sich 13 Brüder aus acht Logen (aus den Orienten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Magdeburg(!)), um unter der Hammerführung von Br. Jürgen R. eine TA I nach dem Schröder-Ritual zu begehen. Da wir von der letzten Zigarren-TA wussten, dass der würdevolle Genuss einer Zigarre nicht als ritual-störend eingestuft werden kann, durfte natürlich auch während dieser TA hingebungs- und genussvoll geraucht werden.

Während und nach der Arbeit konnten wir wieder alle eindrucksvoll erleben, wie sich Brüder aus unterschiedlichen Logen und Lehrarten treffen und über Logengrenzen hinweg angeregt nicht nur über die Themen Freimaurerei und Zigarren austauschten. Vielleicht lag es ja auch an der wunderbaren Bewirtung mit fränkischem Bier und schottischem Whisky. Alle teilnehmenden Brüder waren sich einig, dass wir auch im Spätherbst 2020 wieder rückfällig werden und dann unsere 3. Zigarren-TA begehen wollten. So zumindest der Plan.

Und dann kam nicht nur der Frühling 2020 sondern auch Corona. Treffen in der Casa konnten aus den bekannten Gründen nicht mehr stattfinden. Man traf sich, das Wetter ließ es ja zu, im Freien bei Brüdern. Damit konnten wir den Sommer und Herbst ganz gut überbrücken. Kontakt hielt wir weiter über unsere WhatsApp-Gruppe. Dann kam der Winter. Das soziale Leben war auf ein Minimum eingedampft. Treffen in der Casa waren weiterhin nicht möglich.

Bei den noch möglichen Zweiertreffen kam dann wiederum den Brüdern Karl K. und Jürgen R. die Idee, dass man ja virtuelle Treffen per Skype – oder sonst einem Anbieter solcher Funktionalitäten – einrichten können.

Ab Januar 2021 fanden regelmäßig alle zwei Wochen am Samstag ab 15 Uhr Treffen im virtuellen Raum statt. Im Rahmen dieser Treffen ist schließlich die Idee einer „eigenen Zigarre“ geboren. Damit war der Grundstein zur Gründung des Freimaurer Zigarren Zirkels gelegt.

Als vorläufiges Fazit unserer rauchigen Erlebnisse können wir sagen, dass für uns der Genuss einer guten Zigarre, gepaart mit unserer wohl einmaligen und gepflegten Gesprächskultur eine wundervolle Bereicherung unseres Freimaurerdaseins darstellt. Nach unserem Erleben schmälert der Genuss einer Zigarre die Würde einer Tempelarbeit in keiner Weise. Im Gegenteil, er verschafft eine ganz besondere Atmosphäre und wirkt gerade dadurch sehr bereichernd.

Alle Brüder Freimaurer einer regulären Loge sind herzlich eingeladen, mit uns eine TA zu feiern!